02. Juli 2020

Was bedeutete der reduzierte Fahrplan des öffentlichen Verkehrs während dem Corona-Lockdown für die schnellsten Kuriere der Schweiz?

Michael Hauenstein Autor: Michael Hauenstein
Kategorie: Expresslogistik

Um Expresslieferungen schneller, pünktlicher und ökologischer zum Empfänger zu bringen als jeder andere Kurierdienst, setzt swissconect seit über 20 Jahren auf die Bahn. Während dem Corona-Lockdown wurde der Fahrplan des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz stark reduziert. Was bedeutete diese Massnahme für die swissconnect ag und ihre Kunden? Im Interview mit Florian Reichen, Leiter Vertrieb Schiene, erfahren Sie es.

 

Wie haben Sie bei bei swissconnect ag den Lockdown erlebt?

Neben diversen Massnahmen wie Home Office und Umstellung auf Videokonferenzen stellte die Coronakrise unsere Vertriebsabteilung vor noch die dagewesene Herausforderungen. Das Transportkonzept von swissconnect besticht ja insbesondere durch die clevere Nutzung des nationalen Schienennetzes, um dringende Sendungen schneller, pünktlicher und ökologischer ans Ziel zu bringen als dies mit einem reinen Autotransport überhaupt möglich wäre. Der reduzierte Fahrplan aufgrund des Notstandes stellte uns daher vor eine neue Situation. Während der öffentliche Verkehr stark herunterfahren wurde, hatten wir sicherzustellen, dass dennoch mehrere hunderte Expresslieferungen pro Tag pünktlich an ihren Bestimmungsort gelangten.

Florian Reichen, Leiter Vertrieb Schiene der swissconnect ag
Florian Reichen, Leiter Vertrieb Schiene der swissconnect ag

Konnten Ihre Expresstransporte überhaupt weitergeführt werden?

Aber natürlich - wir arbeiten seit über 20 Jahren im engen Austausch mit der SBB, BLS, RhB und sieben weiteren Bahnunternehmen zusammen und sind auch an deren IT-Systeme angeschlossen. Aus diesem Grund haben wir bereits vor der offiziellen Bekanntgabe genaue Informationen über den Umfang der einzelnen Reduzierungsschritte erhalten. So konnten wir die nicht mehr zur Verfügung stehenden Züge aus unserer Logistiksoftware entfernen und unsere Expresslieferungen auf andere Züge und Verbindungen umrouten.



Das tönt nach viel Arbeit - Welche Änderungen mussten gemacht werden?

Ja, der Aufwand für uns war gross. Wir von der Vertriebsabteilung sind uns gewohnt, jeweils im Dezember unsere eigene Logistiksoftware an den neuen Fahrplan der SBB anzupassen. Als Folge der verordneten Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus kam es zum grössten Fahrplanwechsel in der Geschichte des öffentlichen Verkehrs der Schweiz. Für die Umsetzung hatten wir allerdings nur wenige Tage Zeit. Dank einer guten Teamleistung und unserer Erfahrung haben wir es aber rechtzeitig geschafft.

Mussten die Kunden länger auf ihre Eilsendungen warten?

Nein - obwohl uns weniger Züge zur Verfügung standen, haben wir immer Lösungen gefunden, um gleich schnell zu liefern wie im Normalbetrieb.

Wie verlief die Rückkehr zum Normalbetrieb?

Der Wiederaufbau der Transportkapazitäten zum Normalbetrieb erfolgte in mehreren kleinen Schritten. Wir fügten täglich wieder Züge in unsere Logistiksoftware ein und passten die Transporte entsprechend an. So konnten wir die Rückkehr zur Normalität am besten an die Bedürfnisse und Gegebenheiten unserer Kunden anpassen.

Was haben Sie aus der Coronakrise gelernt?

Anhand dieser ausserordentlichen Situation durften wir feststellen, dass unser einzigartiges Transportsystem absolut krisenerprobt ist. Denn während der ganzen Zeit des Lockdowns und der damit verbundenen Ausdünnung des Fahrplanes, konnten wir unsere Kunden aus der ganzen Schweiz mit schnellen Lieferungen unterstützen. Logistik gilt als kritische Infrastruktur und wir durften mit unseren Eilsendungen die Weiterführung des Geschäftsalltages unserer Kunden sicherstellen - darauf bin ich sehr stolz. Es war schön zu sehen, wie wichtig eine funktionierende Logistik in solchen Ausnahmesituationen ist. Unsere Kunden haben dies übrigens auch wahrgenommen, geschätzt und uns positives Feedback gegeben.

Seit dem 6. Juli 2020 ist das Tragen einer Gesichtsmaske im öffentlichen Verkehr Pflicht. Hat dies Auswirkungen auf die schnellsten Kuriere des Landes, welche die Züge selbstständig be- und entladen?

Das nationale swissconnect-Netzwerk umfasst rund 500 Velo- und 200 Taxikuriere, welche selbstverständlich eine Gesichtsmaske tragen, sobald sie in Bahnhofsnähe sind. swissconnect hat sich seit über 20 Jahren auf den schnellen Versand von medizinischem Probenmaterial spezialisiert, weshalb unsere Kuriere oft in Spitälern anzutreffen sind, um Abholungen oder Zustellungen zu machen. In vielen Spitälern herrscht seit mehreren Monaten Maskenpflicht, um das Coronavirus einzudämmen. Das Tragen einer Gesichtsmaske ist also nicht ganz neu für die schnellsten Schweizer Kuriere.

Florian Reichen
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Florian Reichen
Leiter Vertrieb Schiene
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